2000m Regel

      Schau mal in der Fahrdienstvorschrift nach den Stichworten "fehlende Vorsignalinformation".
      Immer dann, wenn dir ein Signal eine Vorsignalinformation liefern könnte, dies aufgrund eines z.B. Ersatz- oder Falschfahr-Ersatzsignals oder eines Befehls, etc. nicht liefert, ist anzunehmen, dass in deinem Fahrweg nach Hauptsignal quasi unangekündigt erscheinen könnte.
      Deswegen hast du bis zum Erkennen der Stellung des nächsten Hauptsignals höchstens 2000 Meter höchstens 40 km/h zu fahren, um rechtzeitig vor einem Halt zeigenden Signal zum Stehen kommen zu können.

      Im Laufe der nächsten Woche kann ich das - wenn gewünscht - nochmal genauer ausführen.

      Soviel als Antwort von unterwegs.

      /edit: natürlich nicht beim Fahren auf Sicht 8o Schussel... :rolleyes:
      Liebe Grüße
      Benjamin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „BenjaminR“ ()

      Ich versuch es mal zusammen zu bekommen:

      - Zugfahrt mit besonderem Auftrag:
      z.B Ersatzsignale, Befehl etc. zur Vorbeifahrt an Hauptsignalen mit Vorsignalfunktion

      - Nach dem Zurücksetzen eines Zuges musst du bis erkennen Stellung nächstes Hauptsignal höchstens jedoch 2000m mit höchstens 40 Km/h fahren

      - Zug steht über Signal hinaus, und der Tf kann sich nicht von der Signalstellung überzeugen bzw. das Signal kann nicht bedient werden

      - Nach LZB übertragungsausfall im ganzblock und der Tf Signalgeführt weiter fährt, wenn er nicht die letzten 2000 m mit höchstens 160 Km/h gefahren ist und alle Signale beobachtet hat

      Die fallen mir auf Anhieb gerade ein

      Lg Sven
      Sehr geehrte Fahrgäste,

      Herzlich willkommen bei der Bahn
      Wir haben Schlafwagen da kann man schlafen
      wir haben Speisewagen dort kann man speisen
      und wir haben Triebzüge in denn kann man ......
      Original von Sven-Pirna- Nach LZB übertragungsausfall im ganzblock und der Tf Signalgeführt weiter fährt, wenn er nicht die letzten 2000 m mit höchstens 160 Km/h gefahren ist und alle Signale beobachtet hat

      Die 2 km bei der LZB haben einen ganz anderen Hintergrund und sollten besser nicht in einem Atemzug mit der 2.000 m Regel des signalgeführten Zuges genannt werden. Dies führt nur zu Fehlinterpretationen.

      Beim signalgeführten Zug geht es lediglich um eine fehlende Vorsignalfunktion an einem Hauptsignal. Deshalb endet hier die Fahrt mit 40 km/h auch bereits beim Erkennen der Stellung des nächsten Hauptsignales (Anm.: Hierzu reicht es auch einen evtl. Vorsignalwiederholer sicher zu erkennen und dort die entsprechende Stellung des Hauptsignals abzuleiten), spätestens nach 2.000 m (vorausgesetzt ein evtl. vorhandener anschl. Weichenbereich ist bereits abgefahren, reicht hier dann natürlich die Zugspitze).

      Diese 2.000 m Regel, die immer wieder für Probleme sorgt (Warum?!?), ist eigentlich nur eine Vereinfachung bzw. Beschleunigung. Früher musste generell bis zum Erkennen der Stellung des nächsten Hauptsignals mit 40 km/h gefahren werden. Kam das dann erst in 30 km, musste man 30 km mit 40 km/h fahren. Dank der tollen 2.000 m Regel, kann man das nach 2 km in den Skat drücken und wieder normal fahren. Eine super Sache!

      Bei der LZB gibt es auch Regeln, bei denen 2 km eine Rolle spielen. Diese haben aber einen komplett anderen Hintergrund. Sie dienen der Erkennung aller Signale und eben nicht nur eines Hauptsignals. Und hier wird dieses ständige Vermischen der Regeln zum Problem, da viele Lokführer bereits beim ersten Hauptsignal beschleunigen, was eine Geschwindigkeitsüberschreitung und damit eine Gefährdung des Bahnbetriebs darstellt!

      Während der KTEL-Ausfall im Ganzblockmodus meist noch einigermaßen richtig abgearbeitet wird, gibt es ganz andere Situationen, bei denen diese Regel auch noch beachtet werden muss im Zusammenhang mit der LZB und hier wird die Regel leider gern vergessen. So ist auch bei sämtlichen Störungen oder wenn die LZB auf Anordnung abgeschaletet werden muss so zu verfahren. Und zwar auch, wenn man dort genau vor einem Hauptsignal steht.

      Ein weiterer Unterscheidungspunkt ist die Tatsache, dass bei der LZB "etwa 2 km" ausreichend sind. Es müssen also nicht exakt 2.000 m sein. Wie viel Toleranz nun "etwa" ist, ist leider nicht benannt und obliegt der Entscheidung des verantwortlichen Eisenbahnfahrzeugführers. Man sollte die Auslegung der Toleranz aber nicht übertreiben. Man tut sich keinen Gefallen damit, wenn dann etwas passiert.

      Ich empfehle auch die verbale Trennung der beiden Regeln, in dem man - so wie auch im Regelwerk genannt - bei der Regel für den signalgeführten Zug von "2.000 m" spricht und bei der Regel für die LZB-geführten Züge von "2 km".
      Original von BenjaminR
      ... dies aufgrund eines z.B. Ersatz-, Vorsichts- oder Falschfahr-Ersatzsignals oder eines Befehls, etc. nicht liefert, ist anzunehmen, ...

      Soviel als Antwort von unterwegs.


      Also dieser Teil wäre mir neu... Wenn Du auf ein Vorsichtssignal hin die 2.000m-Regel anwendest dann solltest Du Dir schleunigst die Fv zur Hand nehmen und nachlesen. Ein Auftrag "Fahren auf Sicht (z.B.) von Signal xy bis Signal yz" gilt auch als solcher. Auch wenn die beiden Signale wie auf der Fernbahn zwischen Stendal und Oebisfelde möglich 20 km auseinander stehen. Dann wird 20 km auf Sicht gefahren. Da gibt es keine 2.000m-Regel...

      Deinen restlichen Aussagen kann ich aber zustimmen:-)

      Wieso hat diesen Fehler eigentlich vorher keiner bemerkt?


      Viele Grüße
      Sebastian
      Hallo Sebastian,

      vielen Dank für deine Aufmerksamkeit, ich musste die entsprechende Textstelle selbst erstmal suchen, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass mir dieser Fehler tatsächlich unterlaufen ist... :( X(

      Habe es korrigiert. Vielen Dank nochmal für den Hinweis.
      Liebe Grüße
      Benjamin

      RE: 2000m Regel

      Nun mal mein Kommentar dazu:

      Die 2000m Regel setzt sich aus dem größt möglichen Abstand von Vsig zum Hsig zusammen.
      damit der Tf nicht rechnen muss, hat man zur vereinfachung 2000m gemacht.
      wenn ich mich nicht irre, ist der größt mögliche Abstand 1750m.

      Wenn man mal bei LZB EndeVerfahren hin schaut bei Entlassung mit Vmax Bspw. läuft das endeverfahren je nach eingestellter Zugart so ca 2000 m vorher ein und läuft auch nie vollständig ab. In der Regel, den Regelabstand von Vsig zum Hsig.

      Mfg Riccy
      "Sicherheit geht vor Pünktlichkeit"

      Mfg Riccy
      Das eingeleitete LZB-Ende Verfahren hat nichts mit der eingestellten Zugart zu tun, sondern wird in der Regel 1.700 m vor dem kommandierten Ausstiegspunkt eingeleitet. Dieser Abstand verringert sich nur dann, wenn es sich bei dem kommandierten Ausstiegspunkt um ein Zielsignal handelt und dieses nicht rechtzeitig der weiteren Fahrt zustimmt. (Fahrtbegriff, Ersatzsignal, etc. ...) Der Ausstiegspunkt muss aber nicht zwingend ein Signal sein, sondern kann auch ein variabler Ausstiegspunkt sein. Dann greift diese Einschränkung naturgemäß nicht mehr.

      Die 2.000 m Regel des signalgeführten Zuges hat relativ wenig mit einer LZB zu tun.