rot-grün schwäche - (K)eine Chance? Oder wie die Bewerbung abläuf

      rot-grün schwäche - (K)eine Chance? Oder wie die Bewerbung abläuf

      Hallo! Nun, wie im vorstellungsbereich schon geschrieben, spiele ich mit dem Gedanken mich bei der DB zu bewerben. Was mich seit Monaten davon abhält ist meine theoretische Rot-Grün Schwäche als KO-Kriterium beim Tauglichkeitstest. Erschwerend hinzu kommt eine leichte Weitsichtigkeit. Ca. 0,75/1,0 Dpt.
      Auf dem Papier habe ich eine Rot-Grün Schwäche, welche sich im Alltag jedoch noch nie gezeigt hat. Ich bin sogar schon soweit gegangen, dass ich, wenn ich im ICE3 dem Tf über die Schulter schauen kann -und wir nicht gerade im Teilblockmodus auf der Rhein-Main Strecke unterwegs sind-, für mich teste ob, und wie sicher und schnell ich die vor mir auftauchenden Signale wahrnehmen kann. Und es ist nur selten vor gekommen dass ich ein Vr1 als Vr2 oder Vr0 wahrgenommen habe (woran die oft milchige, orange färbende Trennscheibe vielleicht nicht ganz unschuldig ist). Natürlich weiß ich nicht wie es nach einer 10 Stunden Schicht wäre...
      Nun aber zum eigentlichen Anliegen: das ich mich bewerben will habe ich mir eigentlich fest vorgenommen. Alleine schon um die "was wäre wenn"-Gedanken zu vermeiden, die mich sonst vllt ein Leben lang begleiten würden. Aber:
      Soll ich in meiner Bewerbung diese rot-grün Schwäche -und ggf. Die (nicht vorhandenen) Auswirkungen auf meinen Alltag- direkt erwähnen, auch und vor allem um vielleicht als Antwort einen Satz wie "Dann machen wir mit Ihnen einen Praxistest auf der Strecke" (vorausgesetzt ich falle nicht durch die anderen Tests durch) zu erhalten? Oder soll ich es erst in einem Bewerbungsgespräch mit einer Erklärung ähnlich s.o. erwähnen (sollte es dazu kommen). Oder sollte ich einfach abwarten was der Arzt mir bescheinigt. No oder Go.
      Was ich herauszufinden versuche: gibt es Irgend eine Möglichkeit die Bahn trotz der Rot-Grün Schwäche davon zu überzeugen das ich ihr Mann bin. Oder anders: Wie könnte ich klar machen das mir die Farbschwäche im Alltag und Im Job keine Probleme bereitet.
      Diese dämlichen Ishihara Tafeln brechen mir das Genick.

      Vielleicht habt ihr einen Rat!
      Vielen Dank

      Benni

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Benni90“ ()

      Hallo,
      große Hoffnungen möchte ich dir nicht machen. Dieses Problem ist bei dir ja bekannt und es zeigen sich Auswirkungen. Wie wurde das bei dir denn festgestellt? Da muss es ja schon Auffälligkeiten gegeben haben... Was sagt der Augenarzt genau dazu?

      Eine Rot-Grün-Schwäche ist ein absolutes Killerkriterium und das zu Recht.

      Auch bezieht sich die Rot-Grün-Schwäche ja nicht nur auf das bloße Erkennen der Farben. Ich denke aber, dass du dich mit dem Thema als Betroffener sehr gut befasst hast. Ich habe mir gerade lediglich den Wikipediaartikel dazu durchgelesen.

      Einen Rat habe ich nicht, da müssen Fachleute (Ärzte) ran.

      Verschweige bei einer Bewerbung oder einem Eignungstest derartige Erkrankungen NICHT. Du musst dort wahrheitsgemäße Auskünfte geben. Da bringt flunkern nichts, außer Ärger...

      Gruß,
      Sven
      Danke,
      misstrauisch wurden meine Eltern bei mir -soweit ich mich erinnern kann- weil ich als kleines Kind beim Mensch Ärger dich nicht hin und wieder wohl zu den roten Figuren des Mitspielers anstatt meinen eigenen Grünen Figuren gegriffen habe. Darauf hin gings dann mal zum Doc.

      In einem anderen Forum habe ich gelesen das es beim Test mit dem Anomaloskop eine gewisse Grenze gibt. 1,0 wäre normal und von 0,5 bis 1,5 wäre es im Rahmen und in Ordnung. Kann das jemand bestätigen? Die 20€ würde ich mal investieren und vorher ermitteln lassen. Auch wenns Tagesform abhängig ist wie das Testergebnis ausfällt.
      Danke soweit für deine Antwort!

      Gruß
      Benni
      Ich empfehle dir das Thema zu den Akten zu legen.

      Es wird früher oder später zu Problemen führen. Getestet wird in der Regel mit Ishihara Tafeln. Anomaloskop habe ich bisher noch nicht mal für das Class 1 medical in der Fliegerei erlebt. Und erst Recht nicht beim Bahnarzt.

      Beim Bahnarzt kannst du tatsächlich auch mit einer Rot-Grün-Schwäche tauglich erklärt werden. Dann machst du deine Ausbildung und wirst danach (zu Recht) vom EBL aussortiert. Hat es alles schon gegeben.

      Erspar dir diesen Ärger und sinnlosen Aufwand.
      Hier mal ein etwas ausführlicher Bericht über meinen Bewerbungs- und Einstellungsweg.
      Die Eisenbahner hier im Forum kennen die Abläufe bei der Bewerbung. Für die ist das hier uninteressant, sie mussten ja selbst da durch.
      Ich habe mir gedacht vielleicht liest die ein- oder andere Person mit, die auch mit dem Gedanken spielt sich bei der Bahn als TF zu bewerben. Für diese Personen wäre das hier vielleicht interessant um einen groben Einblick in das Auswahlverfahren zu erhalten.

      Falls irgendwas dagegen sprechen sollte das ich den Roman hier schreibe, einfach eine Nachricht senden.

      Also los.

      Es gab eine Ausschreibung für eine 7 Monatige Umschulung zum TF beim Expressnetz der DB Regio. Also habe ich sofort eine Bewerbungsmappe erstellt.
      Zusammen mit der Agentur für Arbeit wurde ein Infotag von der DB Regio in deren Niederlassung veranstaltet. Also sofort dafür angemeldet und samt Bewerbungsunterlagen die ich für wichtig erachtet habe (Ausbildungszeugnis, IHK Zeugnis, Arbeitszeugnis, Lebenslauf, Bewerbungsschreiben) hin gegangen. Es war suuper! Ich habe nochmal richtig Lust auf den Beruf bekommen. Bewerbungsunterlagen wurden eingesammelt und von einer Mitarbeiterin der DB Regio schonmal vorsortiert. Wer kommt in Frage, wer nicht.
      Namen wurden ausgerufen. Diese Herrschaften waren leider nicht für die Umschulung geeignet (keine vorran gegangene abgeschlossene Berufsausbildung etc.) Nach dem offiziellen Teil habe ich noch eine Frage bezüglich Rot-Grün Schwäche gestellt. Das ich mir nicht sicher bin, und ob es Sinn hat sich trotzdem zu bewerben. Ich solle es versuchen hieß es.

      Ich kam wohl in Frage, so wie 7 weitere Bewerber. Einen Tag später wurde ich angerufen. Ich werde für ein Bewerbungsgespräch eingeladen, am nächsten Tag. Das geht da Schlag auf Schlag mit den Terminen, sollte doch im Februar 2015 schon die Umschulung beginnen.

      Also am folgenden Tag wieder zur DB Regio Niederlassung. Nach einer kurzen Wartezeit war ich an der Reihe. Zusammen mit drei Mitarbeitern der DB saß ich an einem runden Tisch (ein gutes Gefühl nicht direkt gegenüber sitzen zu müssen, sondern in einer Runde) und es wurde gefragt und gefragt. 45 Minuten wurde ein sehr lockeres, und angenehmes Gespräch geführt. Ich ging mit einem sehr positiven Gefühl nach Hause.

      Einen Tag später wurde ich wieder angerufen. Sie waren von mir sehr angetan und würden sich freuen mich beim Einstellungstest/Ärztl. Untersuchung/psychologisches Gespräch in knapp zwei Wochen begrüßen zu dürfen.

      Yay! Nochmal geschafft. Mit dem ICE ab nach Frankfurt (Ticket wurde natürlich von der Bahn übernommen). 8:30 gings los mit dem Test. Wir waren zu viert.

      Tests mit logischem Denken und Multitasking wurden am Tisch auf Papier geschrieben, danach gings für ca. 2 1/2 - 3 Stunden an den PC.
      Da ich jahrelang privat am PC spiele, waren die dort gefragten Tests mit Schnelligkeit/Aufmerksamkeit sehr leicht zu bewerkstelligen. Es sollte über die ganze Zeit versucht werden eine Balance zwischen Schnelligkeit und Genauigkeit (im Sinne vom richtigen Lösen der Aufgaben) erreicht und gehalten werden. Wieviele verschiedene Tests am PC durchgeführt wurden weiß ich nicht mehr. Aber es waren viele.
      Ich war als erstes fertig, also ging ich als erstes zum psychologischen Gespräch nebenan.

      Wir haben uns vielleicht 30-45 Minuten unterhalten. Fragen wurden gestellt, die ich vom Grundprinzip auch beim Bewerbungsgespräch gehört habe. Zum Schluß wurden mir die Ergebnisse vom voran gegangenen Eignungstest mitgeteilt. "oberer Durchschnitt" bis "Überdurchschnittlich gut". Es lief alles super, in allen Punkten des Tests wie auch des Gesprächs gab's wohl nichts zu bemängeln. Für "uneingeschränkt tauglich" wurde ich vom psychologischem Standpunkt aus befunden. Yay!

      Danach ging ich zur ärztl. Untersuchung ein Stockwerk tiefer.
      Fragebogen mit Anamnese ausfüllen, Urinprobe abgeben. Dann ab in den ersten Behandlungsraum. Blut abnehmen.
      Danach: Rot-Grün Test mit den von mir verdammten Ishihara-Tafeln. Also los... Wir sind zwei ganze Bücher durch gegangen. Es wurden sich Notizen gemacht, mit drei Zeichen:

      O = richtig
      "Zahl" = die von mir genannte (wohl falsche) Zahl
      / = ich habe nichts erkannt.

      Es waren viele "/" Zeichen....

      frustriert ging ich wieder ins Wartezimmer. Als ich schon hörte wie die Ärztin im Flur mit Kolleginen sprach "...müssen wa' da überhaupt noch weiter gucken?"

      Da war mir schon klar -Wie von Anfang an befürchtet- dass ich es nicht schaffen werde. Die anderen Teilnehmer wurden auch schon hier runter geschickt während ich das psychologische Gespräch hatte. Diese Hürde hatten sie noch vor sich.

      Ich wurde in das nächste Behandlungszimmer gebeten. Von einer anderen Ärztin wurden mir Fragen zur Anamnese gestellt, und die Testergebnisse des Farbtests mitgeteilt. Sie hat mich gefragt wegen welchem Beruf ich hier wäre. "Lokführer" war meine Antwort. Sie musste erstmal etwas lachen. "Da kann man nichts machen." Tja. Und damit war es das gewesen.
      Wir haben uns drauf geeinigt die weiteren Tests (Hörtest, EKG, etc.) nicht mehr durch zu führen, da ich ja letzten Endes doch wegen der Grünschwäche nicht tauglich gewesen wäre.
      Also Sachen packen und zurück zum Frankfurter HBF. Es war ca. 15:00 Uhr.
      Es war eine etwas traurige Rückfahrt im ICE, aber ich bin froh das ich es durchgezogen habe. Einfach weil ich wissen wollte ob ich es überhaupt soweit geschafft hätte.

      Und der Eignungstest war suuuper! Hat mir wenigstens richtig Spaß gemacht.

      Falls es Leute gibt, die auch mit dem Gedanken spielen sich zu bewerben und Fragen zum Test oder zum Bewerbungsgespräch haben, kann ich gerne etwas Auskunft darüber geben worauf man sich gefasst machen muss. Ich helfe gerne. Aber im Voraus lässt sich definitiv sagen: Es ist kein Hexenwerk notwendig um durch zu kommen. Nur bei der Gesundheit hat mich nicht immer alle Fäden in der Hand.

      Nun. Für mich bleiben noch Möglichkeiten für etwas Geld mal in einem Simulator in Köln oder Kassel zu fahren, oder auch mal einen Lokführer bei der Arbeit zu begleiten. So I got that going for me, which is nice. Und der Zusi 3 Simulator kommt ja auch bald. :D

      Und an die Moderation: Ich hoffe ich kann trotzdem als Bahn-Interessierter hier im Forum angemeldet bleiben, auch wenn ich nicht zu den Kollegen zähle und die Ausbildung nicht machen kann ;)

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