Halt vor der beabsichtigten Stelle

      Halt vor der beabsichtigten Stelle

      Hi Zusammen,
      mal ne Frage wie euch es gelehrt/ oder lehrt.

      Nach Ril408.2455 3(1) (Gültig ab 13.12.2015)
      Wird in Absatz eins ja nur vom Bahnhof gesprochen...

      Wie verhaltet ihr euch auf der freien Strecke?

      habe leider schon gegensätzliche Aussagen zu bekommen...Dozent 1 so, Dozent 2 (Öbl) so...

      Gerne auch mit Informationen, wo man es schwarz auf weiß nachlesen kann...(um es dem einen oder eben anderen Dozenten um die Ohren zu hauen :) )

      Gruß und schönes Restwochende
      Hallo Piranja,
      in meiner Ausbildung gab es zu diesem Thema auch zwei unterschiedliche Meinungen. In bin aber der Meinung in der RIL 408.04.56 steht es fest definiert:

      ,,Wenn Sie in einem Bahnhof vor der beabsichtigten Stelle zum Halten gekommen sind und zum Signal, LZB-Halt bzw. ETCS-Halt oder zum gewöhnlichen Halteplatz vorziehen müssen, dürfen Sie dies bei Halt zeigendem Signal, LZB-Halt oder ETCS-Halt nur nach mündlicher Zustimmung des Fahrdienstleiters tun. Als Triebfahrzeugführer eines LZB-geführten Zuges müssen Sie auf Aufforderung des Fahrdienstleiters die LZB mit dem Störschalter ab- und wieder einschalten. "

      Hier ist also nur die Rede von einem Bahnhof.

      LG TFMaxius
      Hallo Piranja,

      für den allgemeinen Lesefluss und zum besseren Verständnis aller fände ich es schön, wenn du uns nicht nur das Modul aus der 408 nennen, sondern deine Frage auch ein bisschen ausformulieren würdest ;)

      Für mich wäre es zum Beispiel mit einem riesen Aufwand verbunden, jetzt in einer 408 nachschlagen zu wollen, da ich bei meinem EVU nach Ril 418 fahre ;)
      Liebe Grüße
      Benjamin
      Hallo.

      Nein, es wird nicht grundlos "Wenn Sie in einem Bahnhof..." geschrieben.
      Wenn du dich auf der freien Strecken zum Beispiel vor einem roten Signal verbremst, dann darfst du auch ohne Zustimmung bis zum Signal vorziehen. ;)
      Im Bahnhof wäre es ohne mündl. Zustimmung eine unzulässige Anfahrt gegen das haltzeigende Signal.

      Warum ist das so? Dafür kann es eigentlich mehrere Gründe geben. Nehmen wir einfach mal einen:
      Der Fahrdienstleiter könnte denken, du stehst so wie du es willst und lässt evtl. eine Rangierfahrt in dein Gleis. Jetzt fährst du aber plötzlich "einfach so wieder los".
      Der Grund für diese Regelung ist der zu einer Fahrstraße gehörende Durchrutschweg hinter dem Zielsignal. Kommst du mit deinem Zug zum Stehen, ist der Fahrdienstleiter berechtigt, den Durchrutschweg als Fahrstraßenelement aufzulösen um z.B. eine andere Fahrstraße einzustellen. Eine Wiederanfahrt gegen das Halt zeigende Signal hat daher nicht die gleiche Sicherheit, wie sie eine normale einfahrende Zugfahrt besitzt. Daher sind Wiederanfahrten gegen Haltbegriffe verboten und sind genauso wie Vorbeifahrten am Haltbegriff als Störungen gegenüber der Aufsichtsbehörde meldepflichtig.

      Das zu diesem Thema mehrere "Lehrmeinungen" existieren, ist der unklaren Ausdrucksweise in verschiedenen Regelwerken bzw. Verfügungen geschuldet. Das betriebliche Regelwerk "Fahrdienstvorschrift" spricht hier in der Regel nur von einer Verhaltensweise innerhalb eines Bahnhofes. Die Betrachtung der Störung als meldepflichtiges Ereignis unterscheidet dies jedoch nicht. Genau genommen, müsste man sich also auch auf der freien Strecke an diese Regeln halten. Andererseits kann man von einem Tf nicht verlangen, dass er Regeln einhält, die in seinem Regelwerk nirgends definiert sind.
      Ich würde die größte Vorsicht walten lassen und erst nach Zustimmung des FDL vorziehen, somit bist du auf der sicheren Seite und begehst keine Fahrt gegen ein Halt zeigendes Signal. Wir hatten es auch letzte Woche im Unterricht besprochen und so würde ich es handhaben. Bin jetzt diese Woche auf Praxisfahrten und da sieht die Sache anders aus, uns hat heute die AFB sehr früh ca 750 m vor dem Signal abgebremst und der Tf ist ohne Zustimmung vorgezogen, ich hab ihn auch darauf aufmerksam gemacht dass mir das anders erzählt wurde, aber mehr als ein "du hast zwar recht aber wir machen es halt so" kam dann nicht.
      Rauchender Kopf ist keine Entschuldigung
      Ihr beantwortet euch die Frage doch schon selbst...
      "In der Vorschrift steht 'im Bahnhof'".

      Was sind die Grenzen eines Bahnhofs?
      Wo ist das Ende des Durchrutschweges hinter dem Einfahrsignal?
      Diese Stelle kann wodurch gekennzeichnet sein? ;)

      EDDC hat die Erklärung geliefert, da sollte es doch eigentlich keine weiteren Fragen geben, oder?
      Liebe Grüße
      Benjamin
      Guuuude Uwi,

      wie waren den die genaueren Umstände während der Prüfung? (Ist grade etwas schwer sich die Situation vorzustellen.)
      Wie weit warst du denn ca. vom Signal entfernt, hast du dem Prüfer mitgeteilt dass du noch mal bis ans Signal vorziehst oder bist du einfach "losgefahren"? Gab es im Anschließenden Gespräch ein Feedback, usw.....
      Eis on the Gleis is not Klug for the Zug :D

      ja das war so,

      am Vr0 vorbei, WT gezogen, denke bremse mal weil Strecke nur einmal gefahren und das Esig nicht sehen konnte, weil hinter einem Gleisbogen.
      Also Bremskochen von so einer einlösigen Bj,1964 gezogen, ein bisschen zu viel und wieder ausgelöst aber rums steht die Lok so ca. 400Meter hinter dem Vr0.
      Ca 5 sec gestanden und dann wiederangefahren weil das ja ein bisschen dauert bis die Lok Leistung aufnimmt und unter beachtung vom Startprogramm der PZB und dem leuchtenden 1000er.
      Komm den Gleisbogen rum so mit ca. 25 km/ steht das Esig auf Hp1 also weiter bis zum Endbahnhof ohne weiteren Zwischenfall. Lok gesichert da ein anderer Prüfling zurück fahren musste, da faucht mich der eine Prüfer an wegen Anfahrt gegen haltzeigendem Signal und sagt nicht bestanden und er hat ne Selbstanzeige gemacht,frag mich nicht wie.
      Im Prüfbericht hat dann gestanden, nach Halt nicht FdL verständigt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „uwi“ ()

      Hallo uwi,

      darf man fragen bei welchem EVU du arbeitest?
      Ich frage deshalb, weil wenn du für die DB arbeitest der Prüfer Mist erzählt hat. Im BRW der DB gibt es eine allgemeine Formulierung wie "Anfahrt gegen ein Halt zeigendes" oder ähnliches NICHT!

      Im BRW der DB findet man in Modul 5 lediglich folgendes...

      Zitat BRW 408.2331:
      "Ein Zug darf auf einem Bahnhof nur abfahren wenn der Fahrdienstleiter zugestimmt hat."

      Davon ausgehend, dass du dich tatsächlich noch VOR dem Esig (also noch auf freier Strecke) befunden hast, gilt dieser Passus normalerweise auch nicht für dich... Wenn dein EVU dies nicht auf eine gelbe Seite geschrieben hat. Das finde ich, ist das wirklich blöde am BRW. Die weißen und blauen Seiten gelten für alle EVU die auf dem Streckennetz der DB Netz fahren wollen. Die gelben Seiten gelten jedoch nur Betriebsintern für den jeweiligen Betrieb. Das heißt, hier kann jedes EVU Vorschriften machen wie es will, solange diese Vorschriften nicht denen auf den weißen und blauen Seiten wiedersprechen.

      LG fgho
      Hallo fgho,

      arbeite noch nicht als Tf, bin so ein 9 Monatskind, lach.
      Hab die Ril 408 zigmal durch gelesen und nichts vergleichbaren gefunden, und selbst die Dozenten waren unterschiedlicher Meinung.
      Im Bahnhof ist das klar, in meiner Prüfbescheinigung steht ja auch das ich mit mehr als 70% bestanden habe aber die Zusatzbescheinigung also die
      Fahrberechtigung nicht. warum keine Ahnung, hätte aber laut TfV § 7 so sein sollen,oder ich kann nicht richtig lesen.
      Habe nur die 408 ohne gelbe und Blaue Seiten von meiner Schule bekommen.
      Naja werde dann doch wohl alles noch mal machen müssen.

      Gruss Uwi