Isolationszustand Batterie Baureihe 185

      Isolationszustand Batterie Baureihe 185

      Hallo, laut Handbuch habe ich beim Abschlussdienst bzw. Vorbereitungsdienst den Isolationszustand der Batterie zu prüfen, wie genau mache ich dies mit dem Schalter an der Batteriespannungsanzeige?

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      Guten Morgen, oh Gott Urschleim :D

      Das ganze dient der Kontrolle der Batterie-Überwachung

      Die Spannung, der Ladestrom und Temperatur werden ja durch das ISG Überwacht. Die Batterie ist durch ein Minimalspannungsrelais vor der Tiefentladung geschützt.

      Durch die Prüfung der Isolation ( + und - muss nach Null gehen) wird genau dies geprüft, damit siehst du ob es funktioniert oder eben nicht. Passiert z.B. bei der Isolationsprüfung nichts, kannst du schon davon ausgehen das was mit dem Minmalspannungsrelais nicht stimmt.

      So ist mir das noch im Kopf, lese aber auch nochmal nach :D
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      und wir haben Triebzüge in denn kann man ......
      Durch die Prüfung der Isolation ( + und - muss nach Null gehen) wird genau dies geprüft, damit siehst du ob es funktioniert oder eben nicht. Passiert z.B. bei der Isolationsprüfung nichts, kannst du schon davon ausgehen das was mit dem Minmalspannungsrelais nicht stimmt.

      Jetzt habe ich lange mit mir gehadert, ob ich dazu etwas sage... Nun ja, erstens einmal, wenn man 5 min vor der Prüfung solche Fragen stellt, müssen Ausbildung und Prüfling in Frage gestellt werden. Leider heute ja der Normalzustand und wenn etwas dagegen gesagt wird, heißt es "Niemand mag Klugscheißer". Aber wir schweifen ab...

      Zum fachlichen Teil: Kennt ihr eigentlich den Unterschied zwischen Spannung und Widerstand und wisst ihr, wie das Bordnetz einer typischen deutschen Elektrolokomotive aufgebaut ist? Ich muss meinem Vorredner Recht geben, es ist Urschleim. (allerdings war der falsch wiedergegeben)

      Was zeigt denn das Messgerät an? Wer sich das mal genau anschaut, das hat zwei Skalen. Eine äußere Skala, auf der die Batteriespannung in Volt angzeigt wird und eine innere Skala, auf der ein Widerstandswert in Ohm angezeigt werden kann. Und jetzt muss man wissen, wie ein Batteriebordnetz einer Lokomotive aufgebaut ist. Anders als beim Auto oder Fahrrad sind beide Pole von der Fahrzeugmasse getrennt. (Beim Auto ist üblicherweise der Minuspol des Bordnetzes mit der Fahrzeugmasse verbunden.)

      Was man nun im Rahmen des Vorbereitungs- oder Abschlussdienstes (je nach Philosophie des Herstellers und/oder Betreibers) prüft, ist der Isolationswiderstand des Pluszweiges des Bordnetzes gegenüber der Fahrzeugmasse und der Isolationswiderstand des Minuszweiges des Bordnetzes gegenüber der Fahrzeugmasse. Beide sind im Ideallfall unendlich hoch, da ja keine Verbindung vorhanden sein soll. Es wäre also genau falsch, wenn der Zeiger des Messgerätes "nach Null" geht! Denn dann bedeutet dies, dass eine elektrisch leitfähige Verbindung zwischen dem gemessenen Zweig und der Fahrzeugmasse besteht. Denn ein idealer Leiter hat ja einen elektrischen Widerstand, der gegen 0 Ohm geht. Am Messgerät für die Isolationsmessung die innere Skala ablesen!

      Was aber, wenn der Zeiger doch einen niedrigeren Wert als "unendlich" (übrigens als Symbol eine liegende Acht) anzeigt? Schlägt der Zeiger gegen einen sehr niedrigen Isolationswert, also gegen 0 Ohm, aus, existiert irgendwo auf dem Fahrzeug eine elektrisch leitfähige Verbindung zwischen dem gemessenen Zweig und der Fahrzeugmasse. Ist das schlimm? Wenn das der einzige Fehler ist, nein! Man sollte dies der einsetzenden Stelle melden, damit das Fahrzeug der Werkstatt zugeführt werden kann, aber schlimm ist dieser alleinige Fehler nicht. Kritisch wird es dann, wenn auch der andere Zweig eine elektrisch leitfähige Verbindung zur Fahrzeugmasse hat, denn dann verbinden wir über unser Fahrzeug den Pluspol und den Minuspol der Batterie, was bekanntermaßen einen Kurzschluss bedeutet. Im Idealfall würde hier noch einer der in den Stromzweigen verbauten Leitungsschutzschalter (LSS) auslösen und der Lokführer würde wieder wild auf den Schrott aus Kassel schimpfen (das lernt man ja seltsamerweise bereits in den ersten Wochen, zumindest wenn man im Rahmen der Ausbildung auf 185 & Co kommt), ohne verstanden zu haben was eigentlich gerade passiert. Und was ist, wenn der Wert "irgendwo dazwischen" liegt? Nun, das kann natürlich genauso passieren, hier ist dann oft Feuchtigkeit und Dreck ein Faktor, der zu verminderten Isolationswerten führt (denn feuchter Dreck leitet auch Strom). Ob der gemessene Isolationswiderstandswert nun noch "okay" ist oder nicht, kann der Lokführer ganz leicht am Messgerät ablesen: Man hat den Bereich, in dem es nicht mehr okay ist, bei neuen Fahrzeugen in der Regel farblich markiert. Bleibt der Zeiger also irgendwo im roten Bereich stehen, haben wir einen schlechten Riso. Auch hier ist dies wieder ein Fall für die Werkstatt.

      Was das Minimalspannungsrelais angeht, wie der Name schon sagt, überwacht ein solches Bauteil nur den Spannungswert und triggert bei Unterschreiten eines vorgegeben Wertes etwas (meist natürlich das Abschalten von Stromkreisen). So etwas gibt es zum Beispiel in Reisezugwagen. Das prüft man natürlich nicht mit der Isolationsmessung, denn auch bei super intakten und geladenen Batterien kann ein Isolationsfehler vorliegen, genauso wie bei tiefentladenen Batterien das eigentliche Netz fehlerfrei sein kann. Was moderne Fahrzeuge tatsächlich haben, ist eine Isolationswiderstandsüberwachung durch einen sogenannten Isolationswächter. Das ist aber etwas ganz anderes als ein Minimalspannungsrelais.

      Diese Problematik gibt es bei so gut wie allen Eisenbahnfahrzeugen auf deutschen Gleisen, auch bei welchen, die keinen modernen Überwachungen haben. Aber tatsächlich wird auch bei einer alten E10/E40 der Isolationswiderstand vom Lokführer gemessen bzw. sollte gemessen werden. Das mangels Verständnis was man eigentlich tut - wie hier ja zu sehen ist - dies oft nicht gemacht wird oder das Ergebnis falsch interpretiert wird, ist leider unserer schönen neuen Eisenbahnwelt zu verdanken. :(