Geschwindigkeitserhöhung ohne Zs3?

      Geschwindigkeitserhöhung ohne Zs3?

      Hallo,

      ich bin neu hier im Forum und habe gleich zuerst eine Frage zum Bahnbetrieb:

      Bei mir zu Hause um die Ecke gibt es folgende Situation, die mir Kopfzerbrechen bereitet:



      Ein Zug von der Nebenbahn kommt mit 50 km/h auf das Esig zu, das Kennziffer "6" zeigt.
      Frage 1: Darf der beschleunigen? Insofern nichts im Buchfahrplan steht eigentlich nicht, oder?
      Unabhängig von Frage 1 dürfte der Zug erst am Zsig auf 120 km/h beschleunigen. Vor ca. einem Jahr aber habe ich mitbekommen, wie der Tf einem kleinen Jungen die PZB erklärt hat (Tür zum Führerstand stand offen). Als der Zug kurz hinter Weiche war sagte der Tf, dass wir ungefähr 75 km/h fahren würden.
      Frage 2: Wie kann das sein? Weder ein Zs3 noch ein gewöhnlicher Halteplatz liegt zwischen Esig und Zsig. Demzufolge müsste man doch mit 50 bzw. 60 km/h an der Stelle fahren.

      Ich hoffe, ihr könnt meine zwei Fragen beantworten.

      Gruß
      Paul
      Hallo Paul,

      eine interessante Frage.
      Bist du dir sicher, dass es ein Einfahr- und ein Zwischensignal ist?
      Könnte es auch das Blocksignal einer Abzweigstelle und danach ein Einfahrsignal sein? ;)

      Vielleicht wäre es hilfreich, mal die Strecke/Betriebsstelle zu nennen.
      Manchmal klären sich solche Fragen durch einen Blick in die örtlichen Richtlinien bzw. der Streckenkenntnis an besagter Stelle.

      Prinzipiell hast du Recht: die mit Zs3 angezeigte Geschwindigkeit gilt im anschließenden Weichenbereich. Der anschließende Weichenbereich des Einfahrsignals reicht bis zum nächsten Hauptsignal (hier: vermeintlich Zsig).
      Aufgewertet werden kann die signalisierte Geschwindigkeit im anschließenden Weichenbereich nur durch ein alleinstehendes Zs3 oder ein Zs10 (wird neu nicht mehr aufgestellt).
      Liebe Grüße
      Benjamin
      Hallo Benjamin,

      Bist du dir sicher, dass es ein Einfahr- und ein Zwischensignal ist?


      da bin ich mir zu 100% sicher!

      Vielleicht wäre es hilfreich, mal die Strecke/Betriebsstelle zu nennen.
      Manchmal klären sich solche Fragen durch einen Blick in die örtlichen Richtlinien bzw. der Streckenkenntnis an besagter Stelle.


      Im Beispiel handelt es sich um den Bhf Dresden-Klotzsche, nördliche Einfahrt. Ich würde mal behaupten, dass dort meine Streckenkenntnis perfekt ist, da ich mich mit dieser Strecke in letzter Zeit sehr intensiv beschäftigt habe.
      Hier gibt es noch eine Führerstandsmitfahrt (ab 11:40):
      youtube.com/watch?v=ukW0qBHl48k

      Allerdings zeigt das Esig hier 50 km/h, da der Zug auf ein anderes Gleis fährt. Weil der Zug 40 km/h zu erwarten hat, macht es im Video auch gar keinen Sinn, auf 120 km/h zu beschleunigen.

      Gruß
      Paul
      Guten Abend zusammen,
      hättest du vielleicht einen Auszug aus dem Buchfahrplan? Lass dich nicht von manchen älteren Kollegen verunsichern, die nehmen das mit dem AWB nicht so genau :rolleyes:

      Antwort: Angenommen im Buchfahrplan sind 60 km/h ab Esig zugelassen, dann fahre ich mit der Zuglänge über das Esig mit 50 km/h und dann beschleunige auf 60 km/h. Wenn ich mit der Zuglänge über das Zsig gefahren bin, beschleunige ich auf 120 km/h, sofern keine abweichende Geschwindigkeit im Buchfahrplan vorgeschrieben ist :P
      Original von TfMaxius
      Antwort: Angenommen im Buchfahrplan sind 60 km/h ab Esig zugelassen, dann fahre ich mit der Zuglänge über das Esig mit 50 km/h und dann beschleunige auf 60 km/h.


      Da würde ich mich aber auch nicht drauf verlassen... Was soll denn das bitte für eine Regel sein?? 8o
      Liebe Grüße
      Benjamin
      Original von BenjaminR
      Original von TfMaxius
      Antwort: Angenommen im Buchfahrplan sind 60 km/h ab Esig zugelassen, dann fahre ich mit der Zuglänge über das Esig mit 50 km/h und dann beschleunige auf 60 km/h.


      Da würde ich mich aber auch nicht drauf verlassen... Was soll denn das bitte für eine Regel sein?? 8o


      Ich weiß ehrlich gesagt nicht euer Problem :rolleyes: Vielleicht könntet ihr mich nochmal aufgleisen 8)

      Meine Ansicht: Der Zug kommt von Nebenbahn und darf 50 km/h fahren. Jetzt bräuchte ich einen Auszug aus dem Buchfahrplan, aber da das Signal nur 60 km/h zum Beispiel zeigen kann, sollten im Buchfahrplan auch die 60 km/h stehen. Sollten natürlich weiterhin nur 50 km/h im Buchfahrplan stehen, fahre ich natürlich nur 50 km/h. Und dann fahre ich den AWB vollständig aus, also mit (60 km/h) bis zum folgendem Haupsignal + Zuglänge und dann die 120 km/h im AWB usw.

      Anschließender Weichenbereich
      (1) Der anschließende Weichenbereich ist wie folgt begrenzt:
      Der Anfang liegt an dem Signal, ab dem die Fahrt zugelassen wird.
      Das Ende liegt
      - bei einer Fahrt auf Einfahrsignal oder Zwischensignal am folgenden Hauptsignal
      oder an einem etwa davor liegenden – bei mehreren, am letzten –
      gewöhnlichen Halteplatz des Zuges,
      - bei einer Fahrt auf Ausfahrsignal hinter der letzten Weiche im Fahrweg,
      wenn keine Weiche vorhanden ist, am Ausfahrsignal,
      - auf Abzweigstellen, Überleitstellen und auf Anschlussstellen mit Hauptsignal
      hinter der letzten Weiche im Fahrweg.
      (2) Ist am Ende eines anschließenden Weichenbereichs eine höhere Geschwindigkeit
      zugelassen, darf die Geschwindigkeit erst dann erhöht werden, wenn
      der Zug den anschließenden Weichenbereich vollständig verlassen hat. Dies
      gilt nicht bei Halt am gewöhnlichen Halteplatz.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „TfMaxius“ ()

      Original von BR 143
      Ich weiß ehrlich gesagt nicht euer Problem


      Eigentlich ist das ja auch ganz einfach. Das Problem ist nur, dass der Zug noch vor dem Zsig auf 120 km/h beschleunigt.


      Das ist falsch und ich sagte ja bereits, manche nehmen das mit dem AWB nicht so genau oder wissen es nicht besser.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „TfMaxius“ ()

      RE: Geschwindigkeitserhöhung ohne Zs3?

      Hallo,
      nach Deiner Zeichnung würde ich, nachdem mein Zug das Esig vollständig passiert hat, mit 60km/h weiterfahren bis zum Zsig. Habe ich auch dieses vollständig abgefahren (wegen AWB) würde ich auf 120 km/h beschleunigen.
      Sollte natürlich danach ein gewöhnlicher Halt kommen, macht es keinen Sinn zu stark oder überhaupt zu beschleunigen (oder evtl. nur auf die besagten 75km/h). Es kann ja sein dass die Fahrstrasse trotz gewöhnlichen Halt schon eingestellt war und deshalb das Zsig schon den Fahrtbegriff angezeigt hat. Liegt der Halteplatz noch relativ weit weg dann ist es doch legitim zu beschleunigen.
      Aber da die örtlichen Begebenheiten nicht kenne ist meine Annahme wieder einmal nur rein spekulativ. :D
      Ned gschimpft is globt gnua! :D :D
      Die Regeln des anschließenden Weichenbereichs sind abolut eindeutig und unmissverständlich. Dazu braucht man auch keine Ortskunde. Das sind Grundlagen, damit man auch mal ohne Streckenkunde sicher von A nach B kommt.

      Sicher kommen diese einem je nach Bahnhof manchmal völlig unsinnig vor (da man ja oft ewig rumschleicht), aber man muss nunmal einen gemeinsamen und einheitlichen Nenner finden, damit man eben bundesweit klarkommt. Um das zu verstehen muss man eben etwas über den Tellerrand hinausschauen. Dies betrifft gerade die Kollegen, die oft seit Jahren tagtäglich nur eine handvoll Strecken befahren. Aber auch diese Kollegen kann es treffen mal außerplanmäßig woanders fahren zu müssen. Und da kann es dann ganz schnell zum Verhängnis werden...

      Deswegen gibt es dort für mich keinerlei Kompromisse.
      Original von Sven
      Die Regeln des anschließenden Weichenbereichs sind abolut eindeutig und unmissverständlich. Dazu braucht man auch keine Ortskunde. Das sind Grundlagen, damit man auch mal ohne Streckenkunde sicher von A nach B kommt.

      Sicher kommen diese einem je nach Bahnhof manchmal völlig unsinnig vor (da man ja oft ewig rumschleicht), aber man muss nunmal einen gemeinsamen und einheitlichen Nenner finden, damit man eben bundesweit klarkommt. Um das zu verstehen muss man eben etwas über den Tellerrand hinausschauen. Dies betrifft gerade die Kollegen, die oft seit Jahren tagtäglich nur eine handvoll Strecken befahren. Aber auch diese Kollegen kann es treffen mal außerplanmäßig woanders fahren zu müssen. Und da kann es dann ganz schnell zum Verhängnis werden...

      Deswegen gibt es dort für mich keinerlei Kompromisse.


      Auf den Punkt gebracht! //Unterschrift