Ab wann ist eine Bremse überladen?

      @zweiflamme

      So klar geschrieben wirst du das in den Richtlinien wohl nicht finden. Viel mehr musst du dir das selber ableiten.

      Ril. 915.0101 Seite 2 Abschnitt 3:
      (3) Der Regelbetriebsdruck der Hauptluftleitung berägt 5,0 bar.

      Ril. 915.0102 Seite 3:
      (4) Bremse füllen ... Der Füllzustand ist erreicht, wenn sich der durch die Regeleinrichtung des bedienten
      Führerbremsventils vorgegebene Hauptluftleitungsdruck einstellt.
      (steht da nicht, aber der vorgegebene Hauptluftleitungsdruck ist in der Regel 5,0 bar)

      Seite 4:
      (5) Lösezustand nach dem füllen feststellen; Unregelmäßigkeiten
      Löst eine Bremse nicht, ist zu vermuten, dass die Bremsen des Zuges oder eines
      Zugteiles überladen sind.
      Der bedienende Bremsprobeberechtigte ist aufzufordern, durch Betätigen des Angleichers
      den Druck in der Hauptluftleitung auf 5,3 bar, maximal jedoch auf 5,5 bar zu
      erhöhen.

      Das heißt eine Bremse ist überladen, wenn sie nach auffüllen der Hauptluftleitung auf Regelbetriebsdruck nicht löst. Und das ist in aller Regel schon bei einem A-Kammer Druck von 5,1 bar der Fall. Am Lösezug ziehen musst du desswegen aber noch lange nicht. Genau dafür wurde ja der Angleicher erfunden ;) Erst wenn per Angleicher der HL Druck auf 5,5 bar angehoben wurde und die Bremse immernoch fest ist... oder kein Angleicher zur Verfügung steht, dann hast du Spaß xD


      LG fgho

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      Original von BenjaminR
      Original von TF-Newby
      Eine Bremse gilt als überladen, wenn in der HL mehr wie 5 Bar Druck ist.


      Das hieße, dass bei jedem Angleichvorgang (= HL-Druck > 5 bar) die Bremse abzuziehen und eine neue Bremsprobe zu machen wäre... ;)


      Naja eigentlich ja nicht. Denn der Angleicher trickst ja das Steuerventil aus in dem es zwar mehr wie 5 Bar Druck in die HL lässt, den Druck aber so langsam senkt, das das Steuerventil nicht mitbekommt, das der Druck weniger wird.

      Also wird der ganze Zug ja kurzzeitig überladen, um alle angeschlossenen A-Kammern zu überladen und dann anschließend wieder den Druck auf 5 Bar zu senken.

      Und wenn das Problem dann immer noch nicht verschwunden ist, darf man dann mit dem Lösezug arbeiten.
      Allzeit gute Fahrt :)
      Hallo alle,

      danke für die bisherigen Antworten. Die betriebliche Handlungsweise, die hier nochmals herausgestellt wurde, ist mir bekannt.

      Es geht wirklich nur um den Begriff "überladene Bremse". Die bisher zitierten Passagen der BreVo sind mir vertraut, man kann diese halt auf mehrere Arten interpretieren.

      Ich vermute dass es sowieso eine bauliche bzw. technische und eine betriebliche Definition für das Überladen einer Bremse gibt.

      Hat denn jemand noch tiefergehende Erkenntnisse zum Thema?
      Viele Grüße

      Dennis

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      Naja, wie tiefgehend möchtest du da denn gehen? Ich meine aus technischer Sicht kann man solange Luft ins Steuerventil pumpen bis es einem um die Ohren fliegt. Dann kann man aus technischer Sicht auch sicherlich von einer "Überladung" sprechen xD

      Aus betrieblicher Sicht, wie schon erwähnt, spricht man von einer überladenen Bremse wenn der HL-Druck, der benötigt wird um die Bremse zu lösen, die 5,0 bar übersteigt.


      LG fgho