Was sind Abweichungen vom Regelbetrieb?

      Abweichung vom Regelbetrieb ist der "Störbetrieb". Dieser kann eine einfache Signalstörung oder auch ein gestörter Bahnübergang sein, bis hin zur Katastrophe, dem Personenunfall.
      In all diesen Situationen muss der Tf nach Regelwerk arbeiten! Denn nur so kann ein sicherer Eisenbahnbetrieb gewährleistet werden. Aber das macht das ganze auch so "schwierig". Da der "Störbetrieb" eben nicht so oft vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, die Regeln aus dem Regelwerk zu vergessen. Dies ist auch der Grund, weshalb man sich immer auf dem laufenden halten muss und um dies zu gewährleisten, muss jeder Tf einmal pro Jahr in den Simulator, denn dort wird der "Störbetrieb" simuliert und das Wissen getestet.

      Und um deine Fragen kurz zu beantworten. Ja, der "Störbetrieb" ist das schwierigste und ja, man muss all das auswendig können und nein, es kommt leider öfter vor, als man glaubt.
      Allzeit gute Fahrt :)
      Ok. Signalstörung. Das ist ja zum Beispiel das weiße Blinklicht bei einem Rot. Gehört das zu den leichten oder komplizierten Signalstörungen?
      BÜ: Gehört das zu den einfachen Fragen oder eher harten? Würde einfach schätzen. Da gibts doch nur ein Signal? Was will man sonst lesen?
      Katastrophe? Einfache oder schwere Fragen?
      Zum Beispiel. Da hat der Fahrdienstleiter allerdings noch die Chance dir ein anderes Signal, in dem Fall das Zs1, am gleichen Signalmast zu geben. Das zählt zu den "einfachen". Der "schwierige" Teil wäre dann das befolgen der Regeln bei Zs1. Denn du musst nicht nur die Regel des Zs1 beachten, sondern auch noch die Regeln des "Fahren auf besonderem Auftrag", heißt, wie weit du wie schnell fahren musst/darfst. Es gibt auch Signalstörungen, wo das ganze Signal defekt ist und der Fahrdienstleiter dir einen Befehl erteilen muss. Auch hier gilt wie oben die Regel des "Fahren auf besonderem Auftrag".

      Bei einer Bü-Störung können verschiedene Regeln zum Einsatz kommen. Musst du einen Bü durch ein Bü 0 sichern, so ist dies relativ simpel. Das sichern mittels Befehl gibt es dann auch noch. Doch bei Bü´s muss man auch unterscheiden ob es Lo- oder Fü-Anlagen sind oder "normale" Bü´s auf Hauptbahnen. Und sollte eine Bü-Kette vorhanden sein, und du musst den ersten Bü sichern, so musst du auch alle anderen sichern.
      Auch hier kann der Fahrdienstleiter dir einen Befehl zum sichern eines Bü´s erteilen.

      Apropos Befehle. Wann und in welcher Situation welcher Befehl von Nöten ist, sollte dir auch bewusst sein, denn auch Fahrdienstleiter sind nur Menschen und die machen nun auch mal Fehler.

      Katastrophe... Dies wünsche ich keinem. Aber auch hier, egal ob nun PU oder eine sonstige Kollision, musst du als Triebfahrzeugführer richtig handeln. Heißt den Zug sicher zum Halten bekommen, einen Notruf gefolgt von einem Nothaltauftrag absetzen und alles nötige tun um eventuelle Folgeschäden zu verhindern. Bei diesem Thema sollte dir der Begriff Notfallmanager nicht Fremd sein. Und du solltest wissen, was so alles auf dich zukommt, wenn es doch mal passiert ist.
      Allzeit gute Fahrt :)
      Ich schließe mich da TF on Tour an.
      Das Thema hat es wirklich in sich.
      Und als TF muss man schon innerhalb von Sekunden wissen wie man wo zu handeln hat.
      Fahrten auf Ersatzsignalen ist dann echt schon die einfachste Variante. Wir haben dieses Thema in dem Lehrgang gerade durch genommen. Und auch am Simulator einige Fälle durchgespielt.
      Wenn Du die Vollversion holst kann es eventuell hilfreich sein. Wirklich einfacher ist die Kurze Ausbildung dadurch aber auch nicht. Wichtiger ist da die Richtlinien zu lernen. Weil es Dir nichts bringt super toll am Simulator zu fahren ohne zu wissen wie man sich an den einzigen Signalen zu verhalten hat. Machst Du schon die Ausbildung? Oder willst Du erst anfangen?
      Lernmaterial ist einfach. Lad Dir die Ril 301(Signalbuch) und die 408.21-27. Beides findest Du bei DB Netz. Damit hast Du etwa 50 % von dem, was Du lernen musst. Eine alte Prüfung nützt Dir nicht viel, denn sie spiegelt ja nur einen winzig kleinen Ausschnitt des Wissens. Bei unserem Träger hat allein der Fragenpool Betriebsdienst über 540 Fragen. Zusätzlich schau bei tf-Ausbildung in den Fachthemen, da wird vieles sehr gut erklärt.

      Du solltest davon auch nicht die Entscheidung für oder gegen die Weiterbildung machen, ich schreib mal ein paar Fragen, die ich mir gestellt habe :
      Während der Ausbildung
      - bin ich bereit zusätzlich mehrere Stunden nach der Schule und am Wochenende zu lernen?
      - kann ich noch lernen oder bin ich schon zu lange aus der Schule raus?
      - trägt mein Partner / Familie diese Entscheidung mit
      - reichen meine finanziellen Mittel während der Ausbildung

      Nach der Ausbildung
      - will ich die Verantwortung für einige 100 Menschen bzw.Millionenwerte übernehmen (allein die Lok kostet mehrere)?
      - will ich nachts und am Wochenende/Feiertag arbeiten (wenn andere feiern gehen, gehe ich arbeiten)?
      - will ich über mehrere Tage weg von Frau und Kindern

      Ich habe mich etwa 3 Monate mit diesen und noch viel mehr Fragen befasst, bevor ich zum ersten Mal mit meiner Frau darüber gesprochen habe. Erst nachdem ich sicher war, dass sie nicht gleich zum Scheidungsanwalt rennt, habe ich mich konkret nach einem Träger umgesehen.

      Nachdem ich für mich alle diese Fragen mit JA beantwortet hatte, war mir allerdings der notwendige Aufwand völlig egal, weil ich die entsprechende Motivation hatte. Es gab (einige wenige) Wochen in denen ich zu Hause fast nix gemacht habe, aber es gab auch Zeiten, in denen ich nach der Schule noch täglich 2 bis 3 Stunden und am Wochenende 5 bis 6 Stunden gelernt habe.

      Sorry für den langen Beitrag, aber ich wollte Dir gern klar machen, dass der Stoff erst das allerletzte Glied in der Kette sein sollte, sich für oder gegen die Ausbildung zu entscheiden.

      Liebe Grüße
      Martin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martin“ ()

      Wo willst Du das machen?
      Da hat Martin Recht. Ich mache im Moment auch die Verkürzte Ausbildung.
      Habe im März meine Abschlussprüfung. Und vom Stoff her ist es wirklich sehr aufwendig.
      Du musst Dir echt im klaren sein, dass ein geregeltes Privatleben nicht mehr möglich ist. Als Lokführer bist Du gerade im Güterverkehr überwiegend Nachts unterwegs. Und schläfst wenn andere wach sind.
      Aber es ist ein geiler Job und ich bin froh wieder die Chance zu bekommen als Lokführer tätig zu sein.