Befahren des Gegengleises
 
Regel- und Gegengleis... was ist das überhaupt?
 
In der Regel wird bei Deutschen Eisenbahnen rechts gefahren. Dies ist das Gleis, welches in der gewöhnlichen Fahrtrichtung verläuft.
Das Gegengleis ist das Gleis, welches entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung verläuft.
Regel- und Gegengleise gibt es nur auf der freien Strecke! Nicht im Bahnhof.
 
Als Beispiel:
Für eine Fahrt von Linksheim nach Rechtsdorf ist das Grüne Gleis das Regelgleis. Das Rote ist das Gegengleis.
 

 
Für eine Fahrt von Rechtsdorf nach Linksheim ist es dann genau andersherum:
 

 
Bei Fahrten im Regelgleis befinden sich die Signale in der Regel unmittelbar rechts oder über dem Gleis, für welches sie gültig sind.
 
Bei Fahrten entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung (auf zweigleisigen Strecken) befinden sich die Signale links bzw.
über dem Gleis für welches sie gültig sind.

 
Wie sieht das Ganze bei Trassen mit mehr als zwei Gleisen aus?
 
Welches der drei Gleise ist hier jetzt das Regel- und welches das Gegengleis?


 
Hier wird einfach ein Gleis zu einer eingleisigen Strecke erklärt.
 

 
Hier kann es nun zu Problemen bei der Signalzuordnung kommen.
Gilt das eingekreiste Signal jetzt für den Zug oder nicht?
 

 
Der Zug befindet sich ja auf dem Gegengleis der Zweigleisigen Strecke. Folglich stehen die für ihn gültigen Signale links vom Gleis.
Auf der nebenliegenden eingleisigen Strecke müssten die Signale aber rechts stehen, da es auf eingleisigen Strecken kein Regel- und Gegengleis gibt.

 
Lösung:
Bei derartigen Strecken befindet sich im Streckenbuch eine Tabelle mit den nicht gültigen Signalen auf der linken Seite im Gegengleis.
Bei Fahrten ohne Streckenkenntnis muss die Fahrweise dementsprechend angepasst werden. Ggf. kann man sich an der Lage der PZB-Magneten orientieren.

 

 

Warum soll man aber überhaupt das Gegengleis befahren?
 
Dies kann mehrere Gründe haben:
 
- Auf dem Regelgleis ist ein Zug liegen geblieben. -
- Das Regelgleis wurde zum Baugleis erklärt. Dort wird somit gebaut. -
- Für Überholungen. Ein langsamer Zug wird während der Fahrt von einem schnelleren überholt. -
- Aufgrund von Unregelmäßigkeiten ist es vorübergehend angeordnet. -

 

Grundsätzlich kann man das Befahren des Gegengleises immer in 3 Teilen betrachten.
 
1. Wie komme ich aus der Zugmeldestelle raus?
2. Wie erhalte ich den Auftrag ins Gegengleis zu fahren?
3. Wie komme ich in die andere Zugmeldestelle wieder herein?

 

Welche Möglichkeiten gibt es ins Gegengleis zu fahren?
 
 
Mit schriftl. Befehl
Fahrt ins Gegengleis mit schriftlichem Befehl
 
Mit dem Gegengleisfahrt - Ersatzsignal (Zs 8)
Fahrt ins Gegengleis mit Gegengleisfahrtersatzsignal
 
Mit Hauptsignal und Gegengleisanzeiger (Zs 6)
Fahrt ins Gegengleis mit Hauptsignal und Gegengleisanzeiger
 
Mit Gegengleisanzeiger (Zs 6) als Formsignal und Zs 1 oder Zs 7
Fahrt ins Gegengleis mit Gegengleisanzeiger (Zs 6) als Formsignal und ZS 1 oder Zs 7
 
Fahrt ins Gegengleis vorübergehend angeordnet
Fahrt ins Gegengleis vorübergehend angeordnet. Als Beispiel wird hier der Betrieb mit Gegengleisanzeiger (Zs 6) angeführt
 

Welche Geschwindigkeiten gilt es zu beachten?

Nach dem Ausfahren des anschließenden Weichenbereichs darf auf dem Regelgleis die im Fahrplan angegebene Geschwindigkeit gefahren werden.
Bei Fahrten mit Hauptsignal und Zs 6 gilt diese auch für das Gegengleis. Sollte die Geschwindigkeit im Gegengleis von der des Regelgleises abweichen,
so steht im Fahrplan eine andere Geschwindigkeitsangabe in Winkeln. Bsp.: " <120> ". Die zwischen den Winkeln stehende Geschwindigkeit gilt nur für das Gegengleis.

Bei Fahrten mit EbuLa muss einmal auf die Taste "GW" gedrückt werden. Jetzt springt die Anzeige in das Gegengleis und es werden betreffende Geschwindigkeiten angezeigt.