Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB 90)
 
Was versteht man eigentlich unter "PZB 90"?
Die PZB 90 ist an sich keine neue PZB-Art, sondern lediglich eine Verbesserung und Optimierung der bisher verwendeten Anlagen.
 
Doch warum diese Verbesserung?
Die PZB ist eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen im Bahnbetrieb.
Aus diesem Grund wird sie ständig verbessert und optimiert.

 
Was ist bei der PZB 90 anders als bei den älteren Systemen?
In erster Linie wurden die älteren Systeme I 60, I 60 R, I 80 und PZ 80 in einem System vereinheitlicht.
Auch wird aber die Sicherheit bei der Anfahrt gegen ein (noch) haltzeigendes Signal erhöht.
Dies geschieht durch das Herabsetzen der Prüfgeschwindigkeit nach einem Halt bzw. Schleichfahrt.
 
Welches Problem war bei den älteren Systemen in diesem Zusammenhang aufgetreten?
Wenn ein Zug nach Vr0 am gewöhnlichen Halteplatz (zum Beispiel Bahnsteig) zum Halten kommt, wird üblicherweise die Fahrstraße und somit auch der Durchrutschweg aufgelöst. Wird jetzt gegen das
haltzeigende Signal angefahren, so reicht die Zwangsbremsung am Hp0 eventuell nicht mehr aus, den Zug rechtzeitig vor einer Weiche oder anderen Gefahrenpunkten zum Stehen zu bringen.
 
Darüber hinaus wurden Verbesserungen für die Betriebssituationen, in denen trotz betätigten der Wachsamkeitstaste nicht gebremst,
sondern gegen das haltzeigende Signal weitergefahren wurde erforderlich. Hierzu wurde ein restriktiver Modus eingeführt. Doch dazu später genaueres.

 
PZB 90 - Leuchtmelderanzeigen
 
Streckenausrüstung:
In Fahrtrichtung rechts befindet sich am Gleis ein sogenannter PZB-Gleismagnet.
 

 
Auch kommen PZB Magnete bei Geschwindigkeitsprüfabschnitten zum Einsatz...

Info Geschwindigkeitsprüfabschnitte
 
PZB-Gleismagnet:
Die PZB-Magnete arbeiten mit einem passiven Schwingkreis. Sie sind auf eine bestimmte Frequenz eingestellt (1000 Hz, 500 Hz und 2000 Hz).
Der Schwingkreis am Gleismagnet kann unwirksam geschaltet werden.
 

 
Dies ist unverzichtbar, da bei fahrtzeigenden Signalen keine Beeinflussung erfolgen soll.

PZB-Fahrzeugmagnet:
Das Gegenstück zum Gleismagneten befindet sich am Fahrzeug. Auch dieser Magnet verfügt über die Schwingkreise (500 Hz, 1000 Hz und 2000 Hz).
Passiert nun der Fahrzeugmagnet einen Gleismagneten, so wird der Schwingkreis des Fahrzeugs beeinflusst. Dies wird vom Fahrzeug erkannt und verarbeitet.
 
PZB-Bedienelente:
Im Fahrzeug befinden sich 3 Bedientasten.
 

 
Befehl, Frei und Wachsam.
 
Signale - an denen ein "scharfer" 1000Hz-Magnet liegt - müssen grundsätzlich durch den Triebfahrzeugführer quittiert werden.
Nach überfahren des 1000Hz Magneten hat der Triebfahrzeugführer vier Sekunden Zeit die Wachsamkeitstaste zu bedienen.
Macht er dies nicht, wird eine Zwangsbremsung eingeleitet.
 
Ein scharfer 2000Hz Magnet führt zur sofortigen Zwangsbremsung! Diese kann jedoch durch das Einlegen der Befehlstaste verhindert werden.
Dies ist zum Beispiel bei Rangierfahrten oder bei einem gestörten Signal der Fall.

 
Als Beispiel:
 

 
Doch die PZB überwacht nicht nur, ob der Triebfahrzeugführer bestimmte Signale wahrnimmt oder ob er über ein haltzeigendes Signal fährt.
Sie "verhindert" außerdem das Anfahren gegen haltzeigende Signale und prüft, ob bestimmte Bremskurven und Prüfgeschwindigkeiten eingehalten werden.
 
Welche Prüfgeschwindigkeiten und Bremskurven eingehalten werden müssen, hängt von der Zugart ab.
In welcher Zugart ein Zug fährt, entscheidet der PZB-Rechner anhand der vorhandenen Bremshundertstel.

 
Wir haben 3 Zugarten:
(Darstellung einer Führerraumanzeige)
 

 
Um zu sehen welche Zugart wann, wie und mit welchen Bremskurven arbeitet,
müssen wir uns die verschiedenen Arten einzeln ansehen.
Dazu bitte eine Zugart auswählen:

 

Untere Zugart
 

Mittlere Zugart
 

Obere Zugart