Bahnübergänge



Hinweis zum Thema:
Hier werden nur Beispiele erläutert. In der Praxis gibt es dutzende leicht abweichende Varianten.
Das hier dargestellte Prinzip bleibt jedoch bestehen. Straßen- und Eisenbahnsignale gibt es in vielen Bauformen.

In Deutschland gibt es weit über 40.000 Bahnübergänge.
Sie sind mit die unfallträchtigsten Einrichtung im Bahnbetrieb.

Doch was sind Bahnübergänge genau?
Bahnübergänge sind höhengleiche Kreuzungen von Eisenbahnen, mit Straßen, Wegen und Plätzen.

Es gibt sie auf Bahnstrecken mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

In den Jahren von 1977 bis 1992 ließ der Bundesminister für Verkehr abweichend der damaligen Vorschrift Bahnstrecken bis 200 km/h zu.
Diese Ausnahmeregelung schloss Bahnübergänge mit ein. Die Bundesbahn hatte eigens hierfür eine Schnellfahrrichtlinie.
Die Bahnübergänge an derartigen Strecken verfügten über besondere technische Sicherungsmaßnahmen.
In den 15 Jahren - in denen bestimmte Bahnübergänge mit 200 km/h befahren werden durften - kam es an selbigen zu keinem Unfall.

Wie ein Bahnübergang gesichert wird hängt von vielen Faktoren ab.
Hierbei spielt die Art der Bahn (ob Haupt- oder Nebenbahn), die Anzahl der Fahrzeuge die diese passieren und die örtlichen Gegebenheiten eine Rolle.


Sicherungsarten für Straßenverkehrsteilnehmer

Bei der Eisenbahn werden Bahnübergänge nach technisch gesichert und nicht technisch gesichert unterschieden.
"Ungesicherte Bahnübergänge" gibt es nicht, da jeder Bahnübergang eine bestimmte Sicherung aufweist.
Das Andreaskreuz oder eine ähnliche Beschilderung reicht bereits aus.

Technisch gesicherte Bahnübergänge...
können als Blinklicht- oder Lichtzeichenanlagen mit oder ohne Schranken ausgeführt sein.
Sie sind entweder lokführerüberwacht, fernüberwacht oder signalabhängig.

Die genauen Funktions- und Verhaltensweisen werden in folgenden Themen näher erläutert:


Lokführerüberwachte Bahnübergänge


Fernüberwachte Bahnübergänge


Signalabhängige Bahnübergänge


Bahnübergangssteuerungsanlagen (BÜSTRA)


BüBü-Anlagen


ÜSOE-Bahnübergänge


Nicht technisch gesicherte Bahnübergänge


Bahnübergangssicherungsposten

Ergänzendes:


PZB für wärterbediente BÜSA auf freier Strecke
Derzeit in Betriebserprobung!


Freimeldung des Gefahrenraums


Bahnübergangsvideos

Störfall
Ist ein technisch gesicherter Bahnübergang gestört, muss er durch das Zugpersonal nachgesichert werden.
Im Störfall wird der Triebfahrzeugführer entweder durch Signale oder durch einen schriftlichen Befehl des zuständigen Fahrdienstleiters auf die Störung hingeweisen.

Methoden der Nachsicherung:

(1)
Durch eine Hilfeinschalttaste (HET) mit einem Schlüsselschalter.



Nach dem Halt vor der HET (oder ggf. dem Schild "HET") muss der Triebfahrzeugführer den Bahnübergang über einen Schlüsselschalter nachschalten.
Es ist grundsätzlich die HET am befahrenen Gleis vor dem Bahnübergang zu benutzen. Der Triebfahrzeugführer muss prüfen, ob mindestens eines der Lichtzeichen aufleuchtet/blinkt
oder sich die Schranken senken. Ist dies der Fall darf der Bahnübergang befahren werden. Ist dies nicht der Fall so ist nach Punkt (3) zu verfahren.

Wichtig:
Ist der Halt vor dem Standort der HET nicht gelungen, darf die HET nicht mehr bedient werden! Eine Bedienung in diesem Fall könnte Störungen an der Bü-Anlage verursachen.

(2)
Durch eine automatische Hilfseinschalttaste (Automatik HET) als Gleiskontakt.



Hierbei muss auf Höhe des Schildes "Automatik HET" auf der Kontaktschleife angehalten werden. Vor dem Befahren muss geprüft werden,
ob die Lichtzeichen aufleuchten/blinken oder sich die Schranken senken. Ist dies der Fall darf der Bahnübergang befahren werden. Ist dies nicht der Fall, so ist nach Punkt (3) zu verfahren.

(3)
Durch geben des Achtungssignals (Zp1).
Ist die Sicherung nach (1) und (2) nicht möglich, so darf der Bahnübergang nach vorherigem halten und der Abgabe des Achtungssignals passiert werden.

Wichtig:
Hierbei ist der Straßenverkehr genau zu beobachten. Bis Bü-Mitte muss Schrittgeschwindigkeit gefahren werden!
Nach erreichen der Bü-Mitte ist der Bahnübergang zügig zu räumen.

(4)
Durch einen Posten, der die Straße absichert.